Was wir tun und warum wir es tun

Von Bettina Marie Schneider

Köpfchen hoch!
Und bleib im Herzen stark!

Stellt euch für einen kurzen Moment einfach einmal vor, wie es sich anfühlen würde, alt zu sein.
Dein ganzer Körper schmerzt, von alten Brüchen, die nie richtig zusammengewachsen sind.
Trotzdem stehst du jeden Morgen auf, denn du musst sämtliche Mülleimer im Park nach etwas Essbarem durchsuchen. Falls jemand etwas darin für dich hinterlassen hat, bist du selig. Selbst wenn es nur ein einziger Bissen war.
Ein einziger Bissen gibt dir wieder die nötige Kraft, um weiterzumachen.

Stell dir für einen Moment vor, wie es sich anfühlt, überall
rausgeschmissen zu werden, selbst wenn du hinkst und sichtlich gebrechlich bist. Du bist alt und schmutzig und niemand will dich um sich haben.

Stellt dir vor, wie es wäre, wenn du niemals auf einem weichen Bett schlafen dürftest. Keine Matratze, kein weiches Kissen als Unterlage sondern nur ein paar schmutzige alte Pappkartons.
Das ist dein Zuhause, ...das schmutzige Stück Pappe auf der Straße.

Und jetzt stell dir vor, du würdest gerne etwas essen aber deine Zähne tun dafür viel zu weh, jedenfalls die meisten.
Sie sind verfault und dein Mund ist eine einzige offene Wunde.
Stell dir weiter vor, dass deine Ohren von den Krätze befallen sind, die sich bereits durch deine Trommelfell gefressen hat und dass der Krebs auf der Haut deiner Ohren fortgeschritten ist und schrecklich brennt.

Stell dir vor, du verlierst dann auch noch, von einem Moment auf den anderen, das Augenlicht.
Du hast keine Ahnung, was gerade mit dir passiert. Du hattest dich gerade an den Eiter und die Schmerzen in dem einen Auge gewöhnt und jetzt fällt plötzlich auch das andere aus.
Du verlierst die Orientierung und kannst deinen Körper nicht mehr beherrschen. Dein Kopf sinkt zu Boden.

Was würdest du dann tun?

Du würdest vielleicht einfach nur noch verzweifelt in einer Ecke kauern und von Zeit zu Zeit vor Schmerz und Elend aufschreien

Sie sterben nicht alle auf dicken und warmen Kissen.
Die Menschen um sie herum flüstern nicht immer, wie sehr sie sie lieben.

Es gibt die anderen,
die in einer schmutzigen Pfütze sterben.
Vergessen, zusammengerollt ...
und manchmal weinen sie mit dem letzten verbliebenen Quentchen Kraft, das sie noch haben,
in der Hoffnung , jemand kommt und hilft ihnen.

Dies ist die Geschichte unseres Katzenopis.
Was denkt ihr? Verdient ein solches Tier noch die Chance auf Leben?

Wir denken: JA
und wir möchten ihm gerne alles schenken, was er niemals im Leben erfahren durfte.
Damit das geschehen kann, benötigen wir Geld.
Um die Schwere seiner Erkrankungen herauszufinden, um zu wissen, ob er eine Chance hätte, bei guter Pflege wieder gesund zu werden, sind einige aufwändige Untersuchungen nötig.

Es ist niemals eine leichte Entscheidung.
Sollen wir das Geld lieber in ein paar gesunde junge Tiere investieren, die Hilfe benötigen oder soll ein schwerer Fall, so wie der Katzenopi, Hilfe und Gnade erhalten?

Am liebsten möchten wir allen helfen.

Katzenopi hat jedoch bereits unsere Herzen erobert und die liebe Fay von SCARS kümmert sich um ihn.
Er soll alles erhalten, was er benötigen würde, um seine 2. Chance zu erleben. Er wird seine Untersuchungen erhalten.
Dann sehen wir weiter.

Köpfchen hoch ... und im Herzen stark bleiben ...
Wer so lange auf der Straße überlebt hat, schafft vielleicht auch noch den Sprung ins Glück.
Denn es ist nie zu spät ❤️

Dankeschön liebe Fay für diese Geschichte und für seine Rettung.

Übersetzung Bettina Marie Schneider

Update 25.09.2020

Unser Opi heißt jetzt Oscar. Danke für deine Patenschaft und diesen schönen Namen, liebe Biggi!

Update 25.09.2020 17 Uhr

Gerade haben wir erfahren, dass Katzenopi Oscar erlöst werden musste.
Seine zarten Venen machten jede Infusion zur Quälerei und er verweigerte auch unter Schmerzmittel jede Nahrung.
Weitere Untersuchungen und weiteres Leid wären nicht zu verantworten gewesen.
Katzenopi war in einer sehr guten und teuren Klinik. Mehr konnten wir leider nicht für ihn tun.
Wir waren zu spät. Wieder einmal.
1000 Dank für eure Hilfsbereitschaft und Spenden.
Wir werden damit die bereits angefallenen Kosten decken und ein eventueller Überschuss kommt dem nächsten Notfall zugute.
Wir hoffen, das ist in eurem Sinne.
Es tut uns unendlich leid.
Komm gut in den Sternengarten, Katzenopi.
Dort wirst du bereits erwartet 🌠

Söckchen

Für einen kurzen Augenblick schlägt das Herz ein bisschen schneller... man gewöhnt sich wohl nie daran.

Sicher war es ein Glück für das kleine blinde Mäuschen, dass sie jemand von der Straße aufgelesen hat, als sie hilflos und hungrig um Futter bettelte.

Es ist schwer, für die heimatlosen Katzen auf der Straße.

Es ist schwerer, wenn sie noch Babies sind und noch nicht gelernt haben, den Autos und den Menschen aus dem Weg zu gehen, sich vor Hunden und anderen Katzen zu hüten und die Orte zu finden, wo es Abfall gibt und manchmal schmutziges Wasser aus einer Pfütze.

Es ist am schwersten, wenn man ein blindes Baby auf der Straße ist, denn dann gibt es nur zwei Optionen. Tod oder Rettung.

Für dieses Kätzchen war die Rettung nur ein weiterer Albtraum. Da man nicht wusste, was man mit ihr anstellen sollte, musste sie in einer Transportbox leben.

Die Angst und die Verzweiflung war groß, so groß, dass sich das blinde Kätzchen bei den vergeblichen Versuchen, dem engen Gefängnis und der Isolation zu entkommen, das Näschen blutig stiess. Immer und immer wieder... bis man bei SCARS Athen von ihrem Schicksal erfuhr und sie in die Cattery holte. Da ist sie jetzt.

Auch die Cattery ist kein luxuriöser Ort, aber es ist ein Ort der Liebe, wo sich auch blinde Kätzchen frei bewegen dürfen und wo sie auf eine Adoption vorbereitet werden.

Ich lese seit langer Zeit nicht mehr jeden Tag in allen unseren Frieden für Pfoten-Arbeitsgruppen mit. Die Bilder der Neuzugänge machen traurig, die Geschichten dahinter, lassen an den Menschen zweifeln.

Wenn ich doch von Zeit zu Zeit versuche, besondere Pechvögel

zusätzlich auf meinem persönlichen Blog etwas zu pushen, damit sie

endlich ein Zuhause finden... dann macht es mich ebenfalls traurig.
Ein Jahr ist lange, wenn man es in einem kleinen Zimmer verbringen muss. Die Zeit vergeht endlos langsam, wenn man auf etwas wartet, das niemals eintritt.
Meine letzten Versuche, Adoptanten zu finden, liefen alle ins Leere. Gerade scheint es, als würde die Welt schier überflutet mit heimatlosen Tieren.

Also beschränke ich meine Aufgabe im Verein meist darauf, die Versorgung dieser liebenswerten und vergessenen Geschöpfe zu gewährleisten und überlasse anderen im Team, die oft schrecklichen Details zu erfragen, Werbeposts zu schreiben und ihr Herz immer und immer wieder zu verlieren.

Sie sind alle etwas ganz besonderes für uns. Katze für Katze für Katze .... 

Heute wollte ich mich gerne wieder einmal hier auf der Seite melden und daran erinnern, was wir tun und warum wir es tun.

Für kleine Wesen wie dieses.

Sie hat jetzt ein sicheres Plätzchen, sie erhält Futter und medizinische Behandlung und während man sie in Athen auf eine mögliche Adoption vorbereitet, zieht Nedde Kübler aus unserer Adoptanten Beratung alle Register, die richtige Familie zu finden.

Sollte die kleine Blindie Glück haben und ihren Menschen finden, werden wir auch die Reisekosten bezuschussen und ihren weiteren Weg begleiten, bis sie sicher im Glück angekommen ist.

Noch ist es aber nicht soweit. Noch ist sie ein kleines, verstörtes Wesen, sie ist blind, sie hat ein blutig aufgeschürftes Näschen und vermutlich auch Würmer und andere Parasiten.

Es sind eure Spenden, die die Happyends schreiben.
Es sind eure Stimmen, bei den Wettbewerben. Es sind eure großen Herzen, die adoptieren.

Dankeschön dafür...auch in ihrem Namen ♡

Herzlichst
Eure Bettina Marie
Vorstand Frieden für Pfoten e.V 

UPDATE 01.09.2020

Söckchen, wie sie von ihrer Patin genannt wurde, hat zusammen mit ihrer Freundin Shanti ihr Für-Immer Zuhause bei der lieben Melanie gefunden. Wir sind sehr glücklich!