Ich bin so müde vom Laufen, vor Verzweiflung ganz krank

und warte auf Rettung, hier unter der Bank.

Ich sitze im Regen, jeder Knochen tut weh,

während ich zaghaft um Hilfe fleh.

Ich such einen Menschen, für mich ganz allein,

ein Zuhause, ein Bettchen, geborgen sein.

Mein letzter Besitzer, der jagte mich fort,

seitdem esse ich Abfall und es gibt keinen Ort,

an dem ich erwünscht bin, nicht einmal hier,

sie traktieren mich mit Stöcken, werfen Steine nach mir.

Ich fühl mich so müde, hungrig und kalt

und ich fürchte, ich werde nicht mehr sehr alt.

Ich glaube, ich schaffe es nicht allein,

es ist schwer, immer hungrig und einsam zu sein.

Ich habe Würmer und Flöhe, die auf mir leben,

trotzdem kann ich so viel Liebe geben.

Bitte schick´mir ein Wunder, ein Mensch, der mich sieht,

jemand der nicht vor meiner Hässlichkeit flieht.

Jemand, der auch an uns Streuner denkt

und der Verlierern wie mir eine Chance schenkt.

Ich habe Angst, hier zu sterben, unter der Bank,

ich bin verzweifelt,  so müde und krank.

Ich flehe dich an, bitte schick mir den Engel,

der mich bei sich aufnimmt, trotz all meiner Mängel,

der mich liebt und beschützt und für immer behält,

bitte schenke mir einen Platz auf der Welt. 

(c) Text : Bettina Marie Schneider

Das Gebet einer Streunerkatze

von Bettina Marie Schneider