Monster ... geschichten

Kapitel 1-7, 20. September 2019

 

"Pssst...ich erzähl euch jetzt etwas: Manchmal braucht die Welt keine Helden, sie braucht kleine Monster! Oh, damit meine ich übrigens ...mich...!

Hallo liebe Welt, da bin ich also. Hier ist Monster! Ihr findet meinen Namen vielleicht komisch, aber die Leute, die mich gefunden haben, waren sich nicht ganz sicher, ob ich ein Junge oder ein Mädchen bin. Also sagten sie zu mir: "Hallo, und willkommen, kleines Monster!" 😁

Vor einem Monat bin ich auf diesem seltsamen Planeten aufgeschlagen. Ich hatte gehört, dass es dort einzigartige Lebewesen gibt, die sich "Menschen" nennen. Das klang interessant und ich entschloss mich, auf der Erde vorbei zu schauen.

Es stellte sich ein bisschen schwieriger heraus, als gedacht, denn wie es aussieht, muss man seinen Menschen erst einmal finden, es gibt soo viele von ihnen und ich muss ja den richtigen treffen, der perfekt zu mir passt.Hm, vielleicht sollte ich euch erst einmal ein bisschen mehr von mir erzählen. 
Also...vor einem Monat hat meine Monster Mama mich geboren, mich und noch ein paar andere Geschwister. Aber ganz unter uns...ich bin das schönste Monster von allen. Ich bin schwarz, die perfekte Farbe für alle Monsterliebhaber. Im Bauch meiner Monster Mama konnte ich es kaum erwarten, endlich nach draußen in die Menschenwelt zu kommen, endlich Abenteuer zu erleben und diese interessanten Wesen, die "Menschen" zu treffen. 

Ich habe mich dann beeilt, mit dem Wachsen und letzten Samstag, als alle Welt gespannt den Eurovision Contest verfolgte, startete ich meine Suche mit einem kleinen Versteckspiel. Ich versteckte mich auf einem Autoreifen und schrie so laut ich konnte, damit mich jemand findet, der sich schon immer ein kleines Monster gewünscht hatte.

Ich schrie und schrie und währenddessen hörte ich von irgendwo, wie die Sänger des Contests, gegen mich anschrien ...aber ich war lauter! 
Irgendjemand antwortete mir. Doch es klang seltsam...mehr so, wie "Miau" und erst dachte ich, dass da eine Katze mit mir spricht. Ich verließ neugierig mein Versteck aber stellt euch vor, da war gar keine Katze...da war ein Mensch! Mein erster Mensch!

Sie war viel größer, als ich sie mir immer vorgestellt hatte, ein bisschen seltsam und lange nicht so hübsch wie wir Monster. Ich war enttäuscht und versteckte mich wieder. Dieser Mensch wartete eine Weile und als ich mich nicht mehr vom Fleck bewegte, brachte sie mir etwas Leckeres zu essen. Ich war tatsächlich schrecklich hungrig und dachte, es könnte ja nichts schaden, das Geschenk anzunehmen. Sie durfte mich sogar streicheln, während ich die Leckerbissen verschlang...aber nur ein bisschen, denn wenn man es übertreibt, kennen die Menschen keine Zurückhaltung mehr.

Also spielten wir das neue Spiel. Ich schrie, ...sie streichelte mich...ich lief weg...dann schrie ich wieder...sie streichelte mich ...und irgendwann dachte ich mir, es wäre an der Zeit, diesem Menschen eine Chance zu geben. Ich ließ mich hochnehmen. Mein Plan war aufgegangen!

Ich bin ein Monster...schwarz...unwiderstehlich und die Suche nach meinem Menschen hat erfolgreich begonnen!"

 

Monster ist jetzt in der Obhut von SCARS und sucht ein Zuhause. Dankeschön, liebe Fay ❤️

Kapitel 2
Alles lief wie am Schnürchen. Ich war jetzt also im Auto mit einem Menschen. Sie sprach in einer seltsamen Sprache mit mir und ich bemühte mich weiter, ängstlich und unsicher zu wirken, damit sie den Drang verspürte, mich zu beschützen. Ich schrie und miaute jämmerlich aber insgeheim war ich natürlich überglücklich, dass da bereits ein Mensch Zuneigung zu mir verspürte, zu mir...dem Monster!

Ich hatte irgendwo einmal gehört, die Menschen besitzen alle ein eigenes Zuhause. Das wollte ich unbedingt sehen und all die neuen, spannenden Dinge darin!
Als wir dort ankamen, spielte ich mein Spiel weiter, fauchte und buckelte zunächst ein wenig, denn wie ich schon einmal erwähnt habe...Frauen sind ganz wild auf schwierige Beziehungen. Es wird für sie erst richtig interessant, wenn sie sich anstrengen müssen, um einen schwierigen Charakter zu erobern.Wie erwartet, spielte sie mit... sie versuchte mich einzufangen und wir spielten das Monster Spiel nach meinen Regeln, bis ich mich erwischen ließ.

Später wurde ich in einen großen Käfig gesetzt. Zum Glück gab es da auch eine Sandkiste für meine Klo-Momente und eine kuschlige Decke, die gefiel mir besonders gut. Sie erzählte mir, diese Decke kommt von Feen aus Deutschland. Das habe ich nicht ganz verstanden aber ich vermute, es gibt viele Menschen, überall auf der Welt und in Deutschland heißen sie Feen.

Ob es wieder dieses leckere Futter geben würde? Kaum hatte ich mir das überlegt, stellte sie mir bereits einen riesen Teller vor die Nase. Aber da war ja unser kleines Spiel. Also habe ich nicht davon gegessen und auch die kuschlige Decke ließ ich links liegen. Ich kauerte mich in eine Ecke des Käfigs und sah sie nur fragend an.
Wie gerne hätte ich ihr Dankeschön für meine Rettung gesagt aber das Spiel ging anders... ich miaute traurig und etwas ängstlich, damit ihr Herz endgültig schmelzen würde.

Als sie weg war, stürzte ich mich über das Essen bis mein Bäuchlein den doppelten Umfang hatte. Die Kuscheldecke roch so gut und einladend, diese Deutschen haben zwar seltsame Namen aber einen sehr guten Geschmack.
Später kam sie noch einmal, um mir gute Nacht zu wünschen und als sie sah, dass ich alles aufgegessen hatte, da machte sie süße Glücksgeräusche. Ich mag diesen Menschen! Was wird sie wohl tun, wenn ich morgen schon wieder aufesse?

Ehe sie ging, durfte sie mich noch einmal kurz streicheln. Natürlich nicht am Bauch! Das hebe ich mir für einen ganz besonderen Moment auf, wenn sie sich meine Zuneigung vollständig verdient hat. Wir spielen nach unseren Monsterregeln.
Dann beschloss ich, ein wenig zu schlafen, ehe das Abenteuer weiter geht und erst als ich die Augen schloss war mir plötzlich klar, dass da noch viele andere Monster im Zimmer waren. Ich war umgeben von Monstern! OMG!!!

Fortsetzung folgt---
(c) Fay Volorou/BMS

Kapitel 3

OMG!!! 
Wie viele Monster sind da um mich herum???
Wer seid ihr? Wo kommt ihr her? Und was habt ihr bei meinem Menschen zu suchen?
Gottseidank war ich immerhin das einzige schwarze Monster. Habe ich es schon erwähnt? Black is beautiful und ich liebe meinen schwarzen Pelz! Ihr versteht das, oder?

Ein wenig angepisst war ich schon und hoffte, mein Mensch würde den anderen zumindest klar machen, dass ich etwas besonderes bin.
Sicherheitshalber knurrte ich alle erst einmal böse an und dann miaute ich laut:
"Verschwindet, kleine Monster! Ich habe hier das Sagen!"
Plötzlich bemerkte ich, dass eines der anderen Monster keine Augen mehr hatte. Sie war umwerfend süß und sie musste auch etwas Besonderes sein, denn sie war dreifarbig. Alle dreifarbigen Monster sind besonders, hat meine Monster Mama mir einmal erzählt.

Kurz entschlossen krabbelte ich zu ihr hinüber und nahm sie mit auf meine Decke. 
"Du stehst ab jetzt unter meinem besonderen Schutz, kleine Blindi, ich werde von nun an, auf dich aufpassen." 
Sie fand das in Ordnung und wir kuschelten uns zusammen in den Schlaf. Kaum waren wir eingeschlafen, weckte mich ein Geräusch und als ich meine Augen öffnete, da waren sie plötzlich alle auf meiner Decke und wollten kuscheln. Sie wollten, dass ich ihre Anführerin werden soll.
Oops, ja AnführerIN.

Ich bin ein Mädchen, ein sehr cleveres Mädchen, die für ihre Monsterträume in dieser Welt kämpfen wird, die für alle Monster in dieser Welt kämpfen wird!

Seit mir das klar wurde, suche ich meinen Für-Immer-Menschen und ich werde auch allen anderen kleinen Monstern hier helfen, ihn zu finden. 
Ach du liebe Zeit...das wird ein ganzes Stück Arbeit werden, aber zunächst kuschelte ich mich in die schöne, warme Decke aus Deutschland und nach dem Ausschlafen, wollte ich dann damit beginnen, die Welt zu retten. Ich war nämlich ganz schön müde, von all der Aufregung.

Am nächsten Morgen, gleich nach dem Aufstehen, kam mein Mensch und sah nach, ob ich nett zu den anderen Monstern war und ob wir uns vertragen. Zum Glück fiel mir rechtzeitig ein, wieder in meine Rolle zu schlüpfen, vorher erklärte ich aber noch meinen neuen kleinen Monster Freunden unser Spiel. 
Dann setzte ich mich in eine Ecke und schrie und jammerte was das Zeug hielt. Ich zeigte ihr deutlich, wie sehr mich diese anderen, seltsamen Monster ängstigten, während ich innerlich zufrieden schnurrte, weil ich endlich eine neue Familie gefunden hatte.

Sie antwortete etwas in ihrer Menschensprache, es klang wie :
"Willkommen in der Cattery".
Was sie wohl damit meint und was soll diese "Cattery" sein?
Wieder streichelte sie mich sanft und es fühlte sich soo gut an. Natürlich zeigte ich ihr das nicht, sie muss sich schon noch ein bisschen mehr anstrengen, bis Bauchkraulen angemessen scheint.
Jetzt werde ich ein Nickerchen machen und wer weiß, vielleicht gibt es dann wieder dieses köstliche Essen, eine ganze Schüssel voll, für mich ganz allein. Das wäre schön!

Oh, aber vorher muss ich euch noch ein Geheimnis verraten:
Ich habe einen Namen. Ich bin Rihanna, das berühmte Monster. Aber bitte erzählt das niemandem. <3

PS: Dankeschön meine liebste Mrs. Marianna und Mrs Katie, dass ihr mich aufgenommen habt, obwohl eure Cattery bereits aus allen Nähten platzt. Ihr seid so wunderbare Menschen und alle kleinen Monster lieben euch!!!

 

( (c) Bild und Text : Fay Volorou/BMS)

Kapitel 4

Pssst...ich erzähl euch jetzt etwas: Manchmal braucht die Welt keine Helden, sie braucht kleine Monster! Oh, damit meine ich übrigens ...mich...! ...nur, dass ihr es nicht vergesst...

Ich wollte euch doch schon die ganze Zeit meine beste Freundin vorstellen, Artemis. Seit ich im Haus dieses Menschen wohne (ich habe gehört, ihr Name ist Marianna) habe ich sie unter meine Fittiche genommen. Artemis steht unter meinem persönlichen Schutz! 
Artemis ist ein ganz außergewöhnliches Monster-exemplar, sie hat keine Augen mehr aber dafür das schönste Herz weit und breit und sie hat mich Folgendes gelehrt:

Diese Welt ist ein Dschungel, entweder du kämpfst und setzt dich durch oder du versteckst dich und löst dich irgendwann in Luft auf.

Artemis hat sich schon sehr früh in ihrem jungen Leben dafür entschieden, ihre Einzigartigkeit nicht zu verstecken, sondern als ihre Stärke zu sehen. Seit ich hier angekommen bin, tue ich so, als würde ich nichts und niemandem vertrauen, aber meiner Bestie Artemis vertraue ich blind. Haha, kleines Wortspiel, sie nimmt mir das nicht krumm  ❤️
Sie ist so sanft und süß, wir kuscheln jeden Tag und wie alle echten Mädels gehen wir sogar gemeinsam auf die Toilette! Wir nutzen unsere Klo-Momente für ein bisschen Klatsch und Tratsch.

Artemis findet manchmal ihren Wassernapf oder ihr Bett nicht auf Anhieb, wenn jemand etwas verstellt hat, aber sie lernt das rasend schnell und wird jeden Tag ein bisschen findiger und besser, sie hat ein Herz aus Gold, meine Bestie hat nur den besten Menschen verdient!
Marianna ist ganz verliebt in sie und auch die andere Frau, die mit den roten Haaren, ich glaube, sie heißt Nafsika, rufen immer als erstes nach Artemis und die schmeisst sich dann auf den Rücken und lässt sich das Bäuchlein kraulen und gibt Küsschen während ich in der Ecke stehe und ängstlich schreie, ich spiele nach wie vor die Unnahbare.

Vor einigen Tagen kam ein Mensch, der Tierarzt heisst und viel über Monster weiß, und hat mich untersucht. Auch dass ich ein Mädchen bin, hat er herausgefunden, aber das habe ich euch ja schon längst erzählt. Er diagnostizierte mir einen runden, satten Babybauch und einen gesunden Appetit, haha.

Jahaaaa...Futter, das ist meine Leidenschaft! Ich miaue mit Artemis laut im Chor, damit uns Marianna immer die besten Snacks serviert, aber das Tollste ist wenn dieser andere Mensch kommt, der so ähnlich wie Marianna aussieht, aber anders heißt: Katie  ❤️
Unsere Mrs. Katie hat immer ganz besondere Leckereien für ihre Babies in den Taschen und ihre Stimme ist wie die einer Mama, für jeden, ganz gleich ob er Mensch oder Monster ist.

Das Zimmer, in dem ich jetzt wohne, das heißt "Katzenkindergarten" und das pisst mich wirklich ein bisschen an! Dieses Zimmer sollte eigentlich "Monsterzimmer" heißen, schließlich wohnen wir Monster hier. Doch obwohl ich das ständig laut miauend erzähle, hört niemand auf mich!

Wir Monster kamen aus einem einzigen Grund auf diese Welt:
Wir möchten das Leben eines Menschen verändern und bereichern und wir müssen diesen Menschen finden und ich weiß, das da draußen ein ganz besonderer Mensch auf meine Artemis wartet.
Deshalb sende ich euch diesen Hilferuf.

Ich habe gehört, dass dieser Blog Monstern auf der ganzen Welt hilft und ich kann wirklich jede Hilfe gebrauchen, die ich kriegen kann. Artemis muss ihren Menschen finden!
Hey, Gutes Karma to go...tu bitte was! 
Hilf einem Monster in Not  ❤️

Kapitel 5

Jetzt habt ihr ja wirklich lange Zeit nichts mehr von mir, eurem Lieblingsmonster gehört!
Aber was soll ich sagen? Man hat mir eine wichtige Aufgabe verpasst...ich bin der Babysitter für alle Babymonster im SCARS Katzenkindergarten, denn es werden jeden Tag neue winzige Monsterbabies angeliefert.
Eines davon ist blind, eines mit Kuhmuster, schwarz-weiß, und dann noch eines: OMG, stellt euch nur vor, es ist schwarz! Noch ein schwarzes Monster. Ich war entsetzt!
"Wer bist du? Was willst du hier? Ich wollte doch das einzige schwarze Monster in diesem Zimmer sein! Aber was solls? Dann kümmere ich mich eben auch um dich! Rutsch rüber!"

Ich bin gerade mal einen Monat älter als die anderen Kleinen hier aber alle denken, ich wäre ihre Mama.
Jeden Tag versuche ich ein freies Plätzchen auf dem großen Kissen zu ergattern aber spätestens nach 5 Minuten, bin ich umgeben von allen Babies, die ganz nahe bei mir schlafen und an meinem Bäuchlein kuscheln möchten. Dieses Bäuchlein ist ein bisschen üppig und weich, das kommt von Mrs. Mariannas Schwäche für mich, immer gibt es extra Leckerlis. Aber soo dick ist der Bauch jetzt auch nicht!

Gestern war ein netter Mensch mit seltsamen Haaren zu Besuch, ihr Name ist Martha. Als sie zu uns in Zimmer kam, begrüßte sie uns mit ein paar komische Worten in Menschensprache:
"Hallo ihr Süßen, ich bin hier, um mit euch zu spielen!"

Zunächst war ich erschrocken. "Wer bist du??"
Ich suchte mir sofort ein sicheres Versteck und als sie sich mir nähern wollte, zeigte ich ihr deutlich, dass ich eine sehr schwieriges und ziemlich verrücktes Katzenmonster bin.
Aber dann passierte etwas erstaunliches:
Sie versuchte nicht, mich einzufangen, sie lächelte mich nur an, das ist bei den Menschen, als ob sie schnurren würden, denn sie hatte mein freundliches Wesen hinter all dem Fauchen und schwanzwedeln erkannt.
Wow! Wie konnte sie das nur ahnen??? 
Dabei gebe ich mir solche Mühe, jeden Tag aufs neue Blümchen-rühr-mich-nicht-an zu spielen. Mein wahres Wesen wird erst der Mensch zu Gesicht bekommen, der mich adoptieren möchte.

OK, natürlich bin ich auch zu Mrs. Marianna und Mrs. Kate manchmal etwas netter, schließlich gibt es dann die leckeren Extra-Snacks, aber nur zu ihnen! Man kann gar nicht anders, als sie gern zu haben.
Als Mrs. Marianna gestern kam, um unsere Toiletten sauber zu machen, da sang sie ein Lied und alle kleinen Monster hörten ihr andächtig zu:

"When I was just a little girl
I asked my mother, 
what will I be?
Will I be pretty, will I be rich?
Here's what she said to me

Que Sera, Sera
Whatever will be, will be
The future's not ours to see
Que Sera, Sera
What will be, will be"

Oh, ich liebe ihre Stimme und während sie sang, da hielt sie einen Besen in der Hand und tanzte mit ihm durch den Raum. Das war der Moment, wo ich ein bisschen weinen musste, einfach so, aus Dankbarkeit, hier gelandet zu sein. 
Mrs. Marianna beschwert sich nie, sie sorgt für uns alle und hat dabei sogar noch gute Laune. Ich wünsche mir heimlich, mein Mensch wird ein bisschen so sein, wie sie.
Mein Menschenengel!

Jetzt muss ich mich noch ein wenig ausruhen! Gleich komme die Babies wieder und dann geht es rund hier.
Bitte, "Gutes Karma to go", was schreibst du da eigentlich immer?
Bis jetzt hat noch niemand nach mir gefragt!
Übersetzt du auch richtig? 
Gib dir ein bisschen mehr Mühe!
Ich muss dringend bald ein Zuhause finden, die Cattery platzt aus allen Nähten. Das nächste Mal stelle ich dir die Neuankömmlinge vor.
Dein ungeduldiges Monster

Kapitel 6

Pssst...ich erzähl euch nochmal etwas. Nur, damit ihr es nicht vergesst: Manchmal braucht die Welt keine Helden, sie braucht kleine Monster! Oh, damit meine ich übrigens ...mich...!

Hallo liebe Bettina ich schreibe dir jetzt wieder, weil mir mitgeteilt wurde, dass du sehr an Hexen und schwarzen Katzen interessiert bist! Sie sagen, du wärst auch eine Hexe. Aber bis jetzt hast du noch nicht viel für mich gezaubert, niemand hat bisher nach mir gefragt.

Hier in Griechenland ist das Wetter sehr heiß und ich fühle mich jeden Tag schlapp. Das Katzenkindergarten-Zimmer ist inzwischen vollgestopft mit vielen Kätzchen, jeden Tag kommen neue und manchmal träume ich davon, ein eigenes Zuhause zu haben und ein bisschen mehr Platz!
Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich ein großes Schwimmbecken und viele Menschen kommen und gehen. Eines Tages sah ich da plötzlich auch ein anderes Monster! Wer dieses Monster, wohl sein mag?
Er gefiel mir richtig gut. Besonders seine Schnurrhaare. Ich versuchte extra laut zu miauen, aber er konnte mich nicht hören! "Ach bitte, schau doch mal zum Fenster, schau mir in die Augen, hübsches Monster, ich bin Rihanna, das Monster deiner Träume!"

Oh, liebe Leser, ich habe euch die Geschichte über meinen Namen noch gar nicht erzählt! Ich habe nämlich eine Patin, sie heißt Iris und ist ziemlich cool, so wie ich, und als sie mein schimmerndes Fell sah, war sie begeistert und erst, als sie meine Stimme hörte! Sie gab mir den Namen einer fantastischen menschlichen Sängerin, aber natürlich konnte sie nicht wissen, dass ich noch viel fantastischer und lauter singen werde als die andere Rihanna! Bitte lach mich nicht aus, diese Sängerin singt sogar einen Song über Monster und das gefällt mir. 

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, ...vielleicht bin ich also in diesen Fremden vor meinem Fenster verliebt, vielleicht auch nicht, wer weiß? Ich weiß nur, dass ich bald mein Zuhause haben will!

Was soll ich tun, um diesen Streuner da draußen auf mich aufmerksam zu machen? Hast du einen Tipp?
Vielleicht kann ich ihn Mrs. Marianna dann vorstellen und sie möchte ihn auch bei uns aufnehmen. Oder ich kann mein Geheimnis mit Mrs. Katie teilen, sie könnte ihn für mich ausfindig machen und ihm dann eine Nachricht von mir überbringen.
Ach Mist! Wenn er mich nur durch das Fenster sehen könnte, er wäre von meiner schwarzen Monster Schönheit begeistert. Bescheidenheit ist eher etwas für Schwache und ich bin eine echte Kämpferin, die weiß was sie will!
Vielleicht frage ich meine Besti um Rat, sie wird mich verstehen.

Gestern habe ich mich entschlossen, Mrs. Marianna und Mrs. Katie ein bisschen Angst einzujagen, weil sie mir in den letzten Tagen nicht die Aufmerksamkeit geschenkt haben, die ich so gerne möchte. Zu viele andere Schrei- Babies, um die sie sich kümmern müssen. Deshalb habe ich mich einfach für viele Stunden hinter einem Bücherregal versteckt. Sie begannen mich zu suchen und riefen meinen Namen und dann sah ich sie sogar weinen. Sie riefen aufgeregt Nafsika an, um mich zu finden und dann dachte ich, jetzt wäre es aber höchste Zeit, wieder aufzutauchen.
Als sie mich sahen, waren sie so glücklich, sie drückten mich und brachten mich ins Wohnzimmer und sie sagten mir, wie sehr sie mich lieben und dann ließ ich sie sogar mein Bäuchlein kraulen! 
Ich wünsche mir eines Tages eine so nette Mama wie die beiden.
Bitte, meine lieben Leser... helft mir, diese Mama zu finden!

(c) Bild und Text Fay Volorou/Bettina Marie Schneider

Diese Fortsetzungsgeschichte erscheint (Facebook) auf Gutes Karma to Go

Hallo Welt, es ist zum verzweifeln, es ist September und ich bin immer noch hier.
Ich bin Rihanna, oder das Monster, wie ich mich selbst nenne.
Vor langer Zeit habe ich angefangen, dir zu schreiben, es kommt mir vor, wie eine Ewigkeit.
Ich habe dir alle meine Gefühle und Erlebnisse auf diesem einsamen Planeten anvertraut, aber mittlerweile habe ich das Gefühl, dass es nie einen Menschen geben wird, der mich lieben kann. Hast du meine Briefe überhaupt jemals gelesen???

Ich bin nur eine weitere ungewollte schwarze Katze, die falsche Fellfarbe (habe ich es dir nicht gesagt!?) keine langen, flauschigen Haare. Kein Kampfschmuser, weil mir Menschen nach wie vor etwas Angst machen. Ich bin ein Monster..,Manche Menschen wie Mrs. Marianna oder Mrs. Katie sehen mich anders. Sie sehen eine schöne, kluge Katze, die nur etwas Zeit braucht, um sich bei jemandem sicher zu fühlen, den sie noch nicht kennt.
Viele Leute kommen zu uns, um eine Katze aus dem Katzen- Kindergarten zu adoptieren, aber für die bin ich ein Niemand. Sie werfen nur einen kurzen Blick in meine Ecke.
Mariana sagt dann zu ihnen, "sieh sie an, bitte sieh sie dir genau an und du wirst ihre Schönheit sehen."
Aber entweder sind sie alle blind oder Marianna sagt das nur, um mich zu trösten, das mit der Schönheit.

Wenn dann wieder eine andere Katze adoptiert wurde, wenn die Besucher gegangen sind, versichert sie mir, es wird ganz gewiss einen klugen Menschen geben, der meine Schönheit erkennt und mich zu sich nach Hause holen wird. Ich glaube ihr das nicht mehr aber ich höre dieses Märchen so gerne.

Es ist schwierig, meine Gefühle für diese beiden Menschen auszudrücken. Pflegemama Katie hatte in den letzten Wochen große gesundheitliche Probleme und ich mache mir große Sorgen um sie. Weisst du, sie ist für mich wie eine Mama, niemand auf diesem einsamen Planeten zeigt mir so viel Liebe und Fürsorge.

Jeden Tag studiere ich ängstlich das Gesicht von Mrs. Marianna, um herauszufinden, ob es Mrs. Katie gut geht. Ich habe sie so sehr vermisst. Ich fühle mich schuldig, weil ich hier schon so lange Zeit den Pflegeplatz blockiere. Bald wird er für andere Notfälle benötigt..

Marianna putzt jeden Tag so viele Katzentoiletten, sie putzt unsere Zimmer, sie bereitet unsere Fressnäpfe vor und dabei singt sie uns etwas vor oder streichelt uns oder sie spricht mit uns und sagt uns das Wichtigste, was wir alle so gerne hören:
"Jeder ist einzigartig und jeder hat eine Familie verdient und wir sollen die Hoffnung nicht aufgeben!"

Sie kümmern sich beide so rührend um uns und denken nie an sich selbst. Irgendwann, wenn ich älter bin, möchte ich die Welt für meine beiden Pflegemamas besser machen.
Ich glaube nicht wirklich daran, aber oft sitze ich am Fenster und träume, wie es wäre, wenn irgendwann, ...eines Tages... jemand käme, der auf mich zeigt und sagt:
"Ich möchte diese wunderschöne, schwarze Katze adoptieren. Ich werde Rihanna von SCARS ein Zuhause schenken!"

Jetzt habe ich dir also doch noch einmal geschrieben, liebes Gutes Karma to go, weil ich dich fragen wollte, ob du nicht vielleicht doch jemanden kennst, der die schreckliche Einsamkeit in meinem Herzen sehen kann, jemanden, der sein Leben mit einem einsamen Monster teilen möchte.
Wenn du mir nicht helfen kannst, dann gebe ich es auf.

Deine Rihanna, das Monster von SCARS

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Mehr Infos bei unserer Nedde unter: ankuebler@aol.com