Brief an meine blinde Katze

Brief an meine blinde Katze

So manches mal sehe ich dich an und denke mir, wie wohl die Welt ist in der du lebst.

Ich stelle mir vor, wie dunkel es dort ist ohne Sonne die durch das Fenster scheint.

Ich frage mich, ob du Angst verspürst, da du meinen liebenden und fürsorglichen Blick ja nicht sehen kannst.

Ich frage mich, in welcher Jahreszeit du lebst und ob Du Farben siehst..

Ich frage mich, wie du den Sonnenschein siehst.

Und dann möchte ich dir meine Augen leihen, um dir die Welt zu zeigen, die wirkliche Welt mit den wirklichen Farben.

Und dann wird es Nacht und du folgst mir, findest mich, wohin ich auch gehe

und schmiegst dein Köpfchen an meinen Kopf und umarmst mit deinen kleinen Pfötchen zärtlich meine grosse Hand und mit deinem riesigen Herz mein so kleines Herz.

Und dann sehe ich, dass deine Welt sehr viel heller ist als meine graue Welt.

Ich sehe, dass deine Welt keine abwesenden Blicke erlaubt, sondern nur diese wahrhaftigen Blicke für die man noch nicht mal Augen haben muss.

Ich sehe, dass du dich sicher fühlst in deiner Welt und es dort immer Sommer ist.

Ich sehe, dass du die Sonne nicht sehen musst, denn du trägst sie in dir.

Anstatt in meine Welt zu kommen, lädst du mich in deine Welt ein.

Ich sehe, weil du mich das Sehen gelehrt hast ........Du... meine blinde Katze......

Es gibt keine Tiere mit eingeschränkten Fähigkeiten, es gibt nur Menschen mit eingeschränktem Verständnis... adoptiere zusammen mit einem solchen Tier auch eine neue Weltanschauung und vor allem vergiss nicht, dieses Tier wird dich retten.

!! copyright by Martha Politis Athanassiou / SCARS Athen

übersetzt von Rena Gatospito