ABIGAIL…die spannenden Abenteuer einer dreibeinigen Magierin

Kapitel 1

Obwohl ich in der magischen Welt bereits ein bisschen berühmt bin, möchte ich mich zuerst vorstellen, falls ihr doch noch nicht von mir gehört haben solltet. Mein Name ist Abigail und einst war ich eine Streunerkatze in den Straßen von Athen, genau wie meine Mutter, die dort als Magierin für alle Fälle zauberte. Sie gab alle Tricks und Zaubersprüche an mich weiter, die sie kannte. Die waren sehr wertvoll um gutes Futter aus dem Abfall zu fischen und um uns vor allen Feinden, den großen Hunden und bösen Menschen zu schützen!


Der letzte Winter in Athen war einfach nur grauenhaft. Es war eisig kalt, es schneite und regnete die ganze Zeit und meine Mutter wurde sehr krank. Ich habe versucht, immer in ihrer Nähe zu bleiben, ihr Sicherheit und Wärme zu schenken aber es gelang mir nicht, ihren Verfall aufzuhalten, ihr ging es mit jedem Tag schlechter. In der Zeit, die ihr noch blieb, erzählte sie mir noch etwas mehr über die Kunst der Magie und ihre letzten Worte an mich waren: „Abigail, Liebes, ich möchte, dass du mir versprichst, deine Magie nur für das Gute einzusetzen und niemals jemanden mit deinem Zauber zu verletzen. Tu es für mich!“
Ich versprach es ihr unter Tränen und habe ihre letzten Worte nie vergessen.


Jetzt war ich also auf mich allein gestellt. Ich war schrecklich einsam und streifte klagend durch die Straßen. Plötzlich näherte sich ein Auto. Ich habe noch versucht, seine Richtung mit einem Bannspruch zu ändern aber es war bereits zu spät. Seine Reifen zermalmten mein rechtes Hinterbein…und ich war unfähig vor Schmerzen und Schock, mich zu bewegen. Ich rollte mich am Straßenrand zusammen und bald war mein schwarzes Fell mit einer Decke aus weißen Schneeflocken umhüllt, es hatte wieder begonnen zu schneien. Ich fühlte, wie sich die Kälte in meine Knochen schlich und alles Leben aus mir heraus wich und dachte an meine Mutter, der einzig tröstliche Gedanke, der mir einfiel…bald würde ich meine süße Mama wieder treffen, ich konnte bereits ihre sanfte Pfote spüren.


Aber es war nicht ihre Pfote, die mich berührt hatte, es war eine junge Frau, die vorsichtig nachsah, ob ich noch am Leben bin. Ich kannte sie nicht aber eine innere Stimme flüsterte mir zu, dass ich ihr vertrauen kann. Ich leistete also keinen Widerstand als sie mich vorsichtig auf den Arm nahm und zu einem Tierarzt brachte. Von den Erzählungen meiner Mutter wusste ich, dass auch Tierärzte über einen mächtigen Heilzauber verfügen und dass meist eine neue Ära anbricht, wenn man das Glück hat, einen besuchen zu dürfen. Wenn man ganz großes Glück hat, erhält man dort heilende Medizin, einen Pflegeplatz oder sogar eine eigene Familie. Und all das würde ich vielleicht jetzt auch erhalten? Für einen Moment vergaß ich alle Schmerzen und mein Herz klopfte wie wild vor Freude.


„Langsam, Abigail, Kleines! Du hast noch einen langen Weg vor dir“. Es war die Stimme meiner Mutter, die mich wieder zurück in die Realität brachte. Sie ist nämlich immer bei mir und wacht über mich und auch darüber, dass ich mein Versprechen halte. Und das werde ich. Ich werde nur Gutes zaubern, niemals jemanden verletzen und sie wird stolz auf mich sein. Aber ehe ich ihr antworten konnte, wurde ich ohnmächtig…

Bettina Marie Schneider, 06.08.2018

Die weiteren Kaptitel von ´ABIGAIL…die spannenden Abenteuer einer dreibeinigen Magierin´ finden Sie im Blog ´Gutes Karma to Go´ bzw. über diese Verlinkung