Hutchi war schuld…

oder wie die Zusammenarbeit mit SCARS begann

(Second Chance Animal Rescue Society)

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Hier seht ich mich bei meiner Ankunft in Engand im März 2016. Sehr Ihr, wie glücklich wir sind?

Vor etwa einem Jahr machte ich gerade die erste Schritte in Sachen Verein, learning by doing, und die Katzenrettungen und Zusammenführung von Flüchtlingen mit ihren Haustieren, die ständigen Geldsorgen bereiteten jeden Tag aufs neue Kopfzerbrechen. Rike, meine Vorstandskollegin arbeitete daran, einen kleinen weißen Spitz, der  seine Familie auf der Flucht begleiten durfte, irgendwie nach England zu bringen. Der Hund war mangels Impfungen in Athen gestrandet und die Familie hatte inständigst um Hilfe gebeten. Unser Ansprechpartner vor Ort nannte uns den Kontakt ´Nafsika´.

Im Gegensatz zu unseren anderen Projekten ging alles schnell, reibungslos und erstaunlich einfach über die Bühne. So einfach, dass ich nur am Rande registrierte, wie Rike mit Nafsika die Zusammenführung organisierte. Schließlich wurde der Hund drei lange Tage mit dem Auto von Griechenland nach England gebracht und der Fall ´Hutchi´ zufrieden in die Happyend-Rubrik verschoben, derweil Rike und ich bereits bei der nächsten Katastrophe andockten.

Dann war eine Mail in unserem Postfach, Nafsika fragte vorsichtig nach, ob wir nicht ab und an dabei behilflich sein könnten, wenn sie versuchen Adoptanten für ihre Notfellchen zu finden. Ich muss gestehen, dass ich nur mittelmäßig begeistert war. Wir kamen kaum nach, Geld und Plätze für die Notfälle aus Kriegsgebieten aufzutreiben, aber ich wollte nicht unhöflich sein, nach allem, was sie für uns getan hatte und sagte ´ja´!

Die Beschreibung der Tiere und die Abwicklung der Adoptionen war so professionell, dass ich überzeugt war, mit einer großen Organisation zu arbeiten. Alles funktionierte immer auf den Punkt (wir waren nicht verwöhnt, was das anging), der Umgangston war mehr als zuvorkommend, niemand fragte nach Geld und langsam fand ich Gefallen daran, jeden Abend kurz mit Nafsika das Tagesgeschäft zu besprechen, sie um Rat zu bitten, da sie mir 15 Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet voraus hat und die Gespräche wurden vertraulicher.

Dann sendete sie mir eines Abends ein Bild. Es war mehr ein Häuflein Elend, als eine Katze, die da zu sehen war. Renata…blind, misshandelt, halb verhungert, schwer krank und gebrochen an Leib und Seele. „Eine unserer Freiwilligen hat sich das Geld von Freunden geliehen, sie ist arbeitslos und obwohl sie weiß, dass sie dieses Geld wohl niemals wiedersehen wird, hat sie es getan, damit die Katze eine Chance hat… um Renata zum Tierarzt bringen zu können…“

Erst da begriff ich zum ersten mal, dass Geld sehr wohl ein Thema ist, dass keine große Orga hinter dieser tollen Arbeit steht, sondern Menschen, die mit jedem Cent rechnen und trotzdem alles für ihre Tiere geben… und irgendetwas in meinem Kopf machte ´Klick´.

Jetzt stellte ich zum ersten Mal die richtigen Fragen. Fragen, die mir vorher nie in den Sinn gekommen wären, weil Nafsika in ihrer bescheidenen und professionellen Art mir immer den Eindruck vermittelt hatte, nur eine große Organisation mit genügend finanziellen Mitteln könnte so viel leisten, wie sie das tun.

Was wird benötigt? Was können wir tun, um eure wunderbare Arbeit mehr zu unterstützen?

Wer ´Frieden für Pfoten e.V.´ kennt, der weiß was sich daraus entwickelt hat. SCARS wurde unsere Partnerorganisation. Unsere und ihre Arbeit verschmolz zu einem segensreichen Ganzen, mit den Zuwendungen unserer Spender können die Freiwilligen in Athen ihre Arbeit effizient und von den dringlichsten Geldnöten befreit erledigen. Gemeinsam konnten wir bereits viele Leben retten, Leid lindern und Chancen schenken.

Renatas Tierarztkosten wurden der selbstlosen Spenderin zurückerstattet. Heute ist die kleine Renata gesund und wird bald mit ihrer besten Freundin Sansa in ein liebevolles Zuhause einziehen dürfen. Damit begann eine Serie von wunderschönen Rettungen, viele kleine und große Wunder und mittlerweile ist die Arbeit zwischen unseren Orgas mit einem ganzen Netz von Freundschaften durchwoben.

Nach wie vor habe ich eine meiner engsten Freundinnen noch nie persönlich getroffen. Aber wir verbringen viel Zeit miteinander, wir diskutieren, philosophieren und arbeiten jeden Tag zusammen.  Wir träumten zur gleichen Zeit den gleichen Traum, kämpften mit den gleichen Dämonen und Sorgen, wir brennen für die gleiche Sache…

In ein paar Wochen werde ich meine neuen Freunde von SCARS in Athen zum ersten Mal in die Arme schließen. Ich freue mich auf alle, …Fay, Rena, Dionisos aber natürlich besonders auf Nafsika und bin sehr glücklich, dass unsere Wege sich kreuzten, zu einem Zeitpunkt, als wir beide kurz davor waren, unseren Traum aufzugeben, …um dann gemeinsam erst richtig durchzustarten

Karma…was sonst  ?

I still haven’t met one of my closest friends. But we spend a lot of time together, we discuss, think and work together every day. We dreamed the same dream, fought the same demons and sorrows and we are dedicated to the same goal.
A year ago, I made my first steps for the association, learning by doing, and the rescue of cats and reuniting of pets with their owners, now refugees, caused headaches every day. Rike, my co-Board member was working to bring home a small white Pomeranian who was with his family on flight and she managed to bring him to the UK. The dog got stranded in Athens due to missing vaccinations and the family asked for help. Our contact told us Nafsikas name. Compared to our other projects, everything went fast, without problems and astoundingly easy. That easy, that I recognised Rike working with Nafsika for the reunion only marginally. In the end, Hutchi the dog was driven from Greece to England and his case put to the happy end section because Rike and I were docking at the next catastrophe.Then there was an email in our inbox, from Nafsika, tentatively asking if we could help with finding new homes for their fosterlings. I have to admit, I wasn’t excited much. We had enough trouble getting donations and new homes for the emergencies. But I didn’t want to be rude after all she had done for us and so I said, yes!

 

The descriptions for the animals and the adoptions were so professional, that I was sure to be working with a huge organisation. Everything worked perfectly, (we weren’t spoiled regarding this), the conversations were pleasant, nobody asked for money and I began to like shortly talking about the daily business with Nafsika, asking for advice, drawing from her 15 years of more experience in the field and our conversations started to become more intimate.

One evening she sent me a picture. Showing more a picture of misery than a cat. Renata… blind, mishandled, nearly starved to death, so sick, beaten and broken in body and mind. „One of our volunteers loaned money from friends. She’s unemployed and despite knowing that she most likely won’t get back this money back ever, she did it and gave this cat a chance… to take Renata to the vet…“


For the first time I truly got that there wasn’t a huge organisation behind this awesome work, but people who count every Cent and give everything for the animals… And something in my mind just clicked.I started asking the right questions. Questions that never came to mind before because Nafsika with her humble and professional personality always gave me the impression that only a huge organisation with sufficient financial resources could do as much as she is doing.What do you need? What can we do to support your great work?

 

Who knows Peace for Paws knows what this has evolved to. SCARS became our partner organisation. Our work and their work fused together to a wonderful whole, with all the donations from our donors the volunteers in Athens are able to work efficiently and relieve the most urgent financial problems. Together we were able to rescue many lives, soothe so much hurt and grant so many chances.

Renatas costs for the vet were refunded to her generous donor. Today little Renata is healthy and moved to a new home with her best friend Sansa. This marked the beginning of a series of truly wonderful rescues, many small and big wonders and nowadays the work between our organisations is interwoven with a huge net of friendships.

In a few weeks I am going to see and hug my friends at SCARS Athens for the very first time. I am excited to meet everyone, Fay, Rena, Dionisos …but especially Nafsika because I am so happy that our ways crossed at a time when we both were on the brink of giving up our dream… to really start together .

Karma… what else? 

Gutes Karma to Go/ Bettina Marie Schneider

16. Januar 2017

Ihr müsst wissen, es gibt in Griechenland Millionen von Streunerkatzen

und -hunden. In jeder Nachbarschaft, in jeder Straße, in jedem Dorf und

in jeder Stadt leben sie in ihren Kolonien. Die meisten Menschen

betrachten sie nicht als Lebewesen, die leiden und hungern, sondern eher als Bestandteil der Landschaft.

Um diese Situation wenigstens in Athen und Umgebung zu verbessern, hat mein liebes Tantchen Bettina im Dezember 2016 auf facebook den Freundeskreis SCARS gegründet, der bis heute Schritt für Schritt gewachsen ist und das Projekt SCARS nach Kräften unterstützt. Denn diejenigen, die jeden Tag an der Tierschutzfront in Athen mit unglaublichem Engagement kämpfen, brauchen Menschen, die ihre Arbeit unterstützen.

Sie leisten vor Ort in Athen nicht nur körperlich, sondern auch emotional Schwerstarbeit.

Sie übernehmen Verantwortung, die andere ablehnten - sie sind die rettenden Engel für viele verlorene Seelen.

Sie werben für ihre Schützlinge unentwegt um Futter, medizinische Behandlung, Kastration und um Adoption. Sie sind jeden Tag/365 Tage im Jahr bei und in ihren Katzen- und Hundekolonien- zum Füttern, zum Einfangen, zum Kastrieren.

´Sie´, das sind mittlerweile 25 private Pflegestellen in Athen, die die Kranken und Schwachen bei sich zu Hause aufnehmen und zusätzlich jeden Tag insgesamt ca. 600 Streuner auf den Straßen versorgen.

Leider werden es immer mehr, denn Geld für Kastration, die genauso viel kostet wie in einer Tierarztpraxis hierzulande, ist in Griechenland unerreichbarer Luxus. ´Frieden für Pfoten e.V.´ und der Freundeskreis SCARS helfen mit, das Engagement vor Ort, die Futter, Tierarzt- und Kastrationskosten zu stemmen bzw. sie zu organisieren. Und machen Mut, damit die Helfer/innen nicht verzweifeln - „Geld ist nicht alles“ sagen sie immer im Freundeskreis SCARS. Ob es ausgesetzte oder verletzte Hunde oder Katzen sind, die sinnlos gequält werden- es geht dabei immer nicht nur um Soforthilfe, sondern um effektive Hilfe zur Selbsthilfe, die nachhaltig die Situation von Streunern verändert.

Langsam und strukturiert wurde die Hilfe für das Projekt SCARS auf- und ausgebaut. Einfangen, Kastrieren, Freisetzen! Es sind zu viele, um alle zu retten. Daher werden von SCARS nur die Katzen von der Straße geholt, die entweder Gefahr laufen, getötet zu werden, weil sie zu freundlich und vertrauensvoll den Menschen gegenüber sind oder weil sie Verletzungen oder eine lebensbedrohliche Behinderung aufweisen oder beides. Für eine Aufnahme von Hunden fehlen die räumlichen und finanziellen Möglichkeiten. Hier unterstützen wir befreundete Organisationen.

Puh, was sie alles im Projekt machen, von dem ich gar nichts mitbekomme. Aber gerade deshalb ist es wichtig, dass engagierte Menschen zusammenfinden. Wie Teile eines riesigen Netzes, zerrissen und verstreut, die sich finden und wiederfinden und dieses Netz mit der Zeit stärker und fester machen. Und so freuen wir uns, wenn ein in Athen geretteter und in Deutschland adoptierter Hund jemanden in Australien zum Lächeln bringt.        

Dabei mitgeholfen hat auch mein Freund, Kater Ornello. Er hat über seine Rettung bei SCARS und seine vielen Abenteuer ein Tagebuch geführt. Er hat es Tantchen Bettina und Pflegemama Fay vor einiger Zeit diktiert und daraus wurde sogar ein kleines Büchlein – „Ornellos geheime Tagbücher“. Das könnt ihr bei uns gegen eine kleine Spende bestellen! Ich kann Euch sagen, wenn man das liest, wundert man sich nicht, dass ihm alle Herzen zugeflogen sind. Da bin ich schon ein wenig neidisch.

Der Freundeskreis SCARS versucht von hier aus Beistand, finanzielle Unterstützung und Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. Innerhalb von kürzester Zeit wurde so aus einer Freundschaft zwischen Nafsika von ´SCARS´ und Bettina von ´Frieden für Pfoten e.V. ´ein Netzwerk, ein Joint Venture, ein Projekt... ja, eine Familie, in der sich mittlerweile viele verbunden fühlen und einen wichtigen Teil beitragen.

Heute bin ich wieder mit einem Lächeln aufgewacht. Wisst ihr warum? Wir durften gerade das 500. Mitglied im Freundeskreis SCARS begrüßen. Wow!!! 500 Menschen, die Anteil nehmen, die spenden, die Tieren ein Zuhause geschenkt haben, die sich Aktionen ausdenken, die allem, was für SCARS benötigt wird, ihre Zeit widmen, die ihre Vereine mit einbringen, die im Charity Market verkaufen und kaufen, die teilen, was das Zeug hält, die für uns Werbung machen, die mitlesen, die weinen und lachen und sich als Teil einer großen Familie fühlen.
We are family ...und weil das so ist, sagt Tante Bettina:
"...wurde aus einem kleinen Rinnsal ein Strom der Hilfe, wurde aus Existenzangst irgendwann Sicherheit, wurde aus einem kleinen Segelboot, verloren im Meer ein großer Frachter, der stark und unbeirrt seine Bahn zieht und jede verlorene Seele retten und an Bord nehmen kann, die Hilfe benötigt.

Wäre das jetzt ein Saal, würden 500 Menschen begeistert klatschen und sich mitfreuen, dass wir all das gemeinsam mit unseren griechischen Freunden ermöglicht haben. Als Einzelner sind wir nur ein kleiner Tropfen... gemeinsam ein ganzer Ozean der Hilfe.

Und jetzt lassen wir Hutchi noch ein wenig aus seiner Sicht erzählen

Projekt SCARS - Ein Projektbericht von Hutchi aus Juli 2018

 

Hallo Ihr Lieben,

hier schreibt Euch Hutchi aus England. Wundert Euch nicht über meinen lustigen Namen, denn ich  stamme nicht von hier. Da ich für die Entstehung vom Projekt SCARS mit verantwortlich bin, hat man mich gebeten, es hier einmal den aktuellen Stand vorstellen.

Ich bekam eine zweite Chance durch mein Tantchen, Bettina Marie Schneider, erste Vorsitzende des Vereins ´Frieden für Pfoten e.V.´. Sie hat nämlich die Reise zu meinen geliebten Menschen nach England organisiert und so durfte ich Zwischenstation in Athen beim Verein ´SCARS´ (Second Chance Animal Rescue Society) machen. Das war der Beginn von wunderbaren Freundschaften und für ´Frieden für Pfoten e.V.´ der Start vom Projekt SCARS.

Es wäre sicher ein berührender Moment, wenn auf einer großen Leinwand die Bilder aller geretteten Seelchen, alle Happyends, alle Futterstellen, Projekte und Anschaffungen in der Summe zu sehen wären, die ´Frieden für Pfoten e.V.´ im Projekt SCARS bisher ermöglicht hat. Ich habe das gerade alles vor Augen und jedes einzelne gerettete Seelchen, jede Verbesserung der Arbeitsbedingungen vor Ort, war die Arbeit wert."

Neulich abends habe ich noch ein bisschen gefeiert und es hat extra Leckerlies gegeben. Bettina, my sweetheart, hat bei facebook nämlich eine weitere wichtige Dose geöffnet. 90.000 Menschen haben wir insgesamt erreicht. Ist das nicht klasse? Schließlich führt Tantchen Bettina ja nur einen gaaanz kleinen Verein und es gibt ihn auch erst seit Dezember 2015. Neulich habe ich sie gefragt, was eigentlich am schwierigsten bei Ihrer Arbeit ist. „Leute mit dem erforderlichen Knowhow und einer ordentlichen Portion Eigenmotivation an Land zu ziehen“, sagt sie. Au weia, … Kasse, Buchhaltung, Homepage, Datenschutz, Pflegestellen- und Patenbetreuung im In- und Ausland, Übersetzungen ins Deutsche, Öffentlichkeitsarbeit, Marketing… und noch viel mehr Themen, wo Spezialisten gefragt sind. Ich kam gar nicht mehr mit, mir schwirrten die Ohren. „Wir haben diese Leute, sonst hätten wir es nicht so weit geschafft, aber es ist nie genug- nie genug Zeit, nie genug Leute, nie genug Geld.“

Damit sich das mit dem Geld ein wenig verbessert, will ich ihr mit dieser Projektbeschreibung helfen, das Projekt bekannt zu machen. Es bedrückt mich zwar, wie viele andere Vereine und Projekte auch Hilfe brauchen, wie sehr sie sich eine kleine Unterstützung für ihre Tiere in Deutschland wie im Ausland wünschen. Trotzdem, es sind einzig die Spenden, die jeden Tag gewährleisten, dass wir helfen können. Und jeder Tag ist eine erneute Zitterpartie, ob wir auf neue verzweifelte Hilferufe eingehen können, die uns beständig erreichen. Nach wie vor gibt es so gut wie keine Verwaltungskosten, weil jeder ehrenamtlich arbeitet. Jede Spende kommt genau dort an, wo sie so dringend benötigt wird...bei uns Tieren!

Ich finde, dieses Projekt ist ein tierisch guter Einsatz. Und ich hoffe, Ihr findet das auch.

Euer Hutchi