Nr. 5.000.001

14. Juli 2019

Rudi

Zwischen einem Ziegel und einem Karton Box mit einer Plastikschüssel voller Milch wurde das Kätzchen ausgesetzt. 


Valia von SCARS, Athen hat es bei sich in der Straße gefunden und das Kätzchen zur Cattery gebracht. Es hat im Katzenkindergarten ein Plätzchen bekommen.


Valia wünscht sich von Herzen, dass es ein Zuhause findet. Das Kätzchen wird es schwer haben, es ist schwarz-weiß und solche Farben warten leider immer lange auf eine Adoption.

PS: Unser Kätzchen hat jetzt einen Namen: Rudi

Deutsche Übersetzung des Videos

´Nummer 5.000.001´

Dieses berührende Video ist von Valia Orfanidou, Athen. Bettina Marie Schneider hat es in Auszügen ins Deutsche übersetzt. Text s.u.
Valia ist Pflegemutter für Hunde bei SCARS und ab und zu auch für Katzen...dann behält sie die Schützlinge entweder (was leider nicht unendlich funktioniert) oder es bricht ihr das Herz, wenn sie dann zur Pflege weiter in die Cattery gehen oder adoptiert werden.
Aber es ist auch ein süßer Schmerz.

Nummer 5.000 001 ist in den Katzenkindergarten von SCARS in die Cattery umgezogen, er brauchte dringend Gesellschaft. Und Valia bat sie, für ihren Schatz Werbung zu machen. Nummer 5.000 001 soll das schönste Zuhause finde. Er ist einer unter Millionen, aber für Valia wird er immer "ihr Baby" bleiben.

Auf das Video klicken und anschauen, es ist einfach nur süß

 

"Nummer 5.000.001 weiß nicht, dass er nur eine Nummer ist. Er weiß nicht, dass es für mich der berühmte Tropfen ist, der das Fass an Tieren in meiner überfüllten Wohnung zum überlaufen bringt.
Er weiss nicht, dass es 5 Millionen andere wie ihn gibt, die genaue Zahl kennt niemand. Nicht so wichtig.
Leute wie ich tun alles, um zu verhindern, dass solche Zahlen geboren werden.
Die Nummer 5.000.001 fühlt sich nicht als Nummer. Er fühlt Hunger, er fühlt Angst und Einsamkeit. 
Ich fand ihn am Straßenrand neben einem Pappkarton. 
Nummer 5.000.001 durfte zu mir nach Hause kommen. 
Meine Hunde begrüßen ihn mit der Selbstsicherheit derer, die schon lange nicht mehr obdachlos sind und vergessen haben, wie es sich anfühlt. 
Er hat Flöhe und einen leeren Magen, und ich muss mich sofort um beides kümmern. Ich tue es einfach. Es ist ein Instinkt, ihn am Leben und gesund zu halten.

Und die Nummer 5.000.001 will leben. Er trinkt die Milch und beißt in die Spritze, zeigt mir, dass er Zähnchen hat. Er vertraut mir. Ob es ihm gefällt oder nicht, ...ich bin alles was er hat. 
Er lässt mich ihn sauber machen und warm halten und fühlt sich bei mir sicher.
Er vertraut meinen Hunden. Er lässt sie schnüffeln und lecken und dann trockne ich ihn mit einem Handtuch ab und lege ihn in sein Bettchen.
Er ist so alleine und ich kann es nicht ertragen, wenn er einsam ist.
Ich habe daher eine Plüsch Ratte mit in seine Schlaf- Schachtel gelegt - es ist das einzige Plüschtier, das ich verfügbar habe. Es sieht niedlich aus und gleichzeitig macht es mich unglaublich traurig, zu sehen, wie er allein neben der Ratte schläft.

Nummer 5.000 001.
Jedes Mal, wenn ich ihm Fläschchen gebe, knabbert er an mir, an meinen Fingern, im Nacken, an meinen Haaren.
Irgendwann versuche ich es dann mit Nassfutter und er nimmt es von meinem Finger. 
Dann versuchen wir es mit der Schüssel. Er sieht so winzig daneben aus, aber versucht mit aller Kraft auf den Beinchen zu bleiben, und selbständig zu essen.
Nummer 5.000 001 möchte eine erwachsene Nummer sein und unabhängig und dann findet er sogar die Katzentoilette ganz allein und scharrt ein bisschen...dann schläft er darin ein.

Ich überlege mir, dass ihm etwas frische Luft gut tun würde und nehme ihn mit nach draußen auf den Balkon. Er sitzt auf meinem Schoss und starrt verwundert auf die Welt um sich herum, eine Welt, die so groß ist für jemand, der so klein ist...
Ich habe aufgehört, ihn Nummer 5.000 001 zu nennen. Er ist mein Baby."